+++ Neues vom G20-Gipfel +++: USA und Russland einigen sich auf Waffenruhe für Teile Syriens
Wladimir Putin und Donald Trump treffen in Hamburg erstmals aufeinander.
Foto: REUTERS+++ Polizist feuert Warnschuss im Schanzenviertel ab +++
Im Schanzenviertel feuert ein Polizist nach Angaben der Sicherheitsbehörden einen Warnschuss ab. Der Beamte sei massiv von Gewalttätern angegriffen worden.
+++ Tillerson: Putin hat Einmischung in US-Wahlen bestritten +++
Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben von US-Außenminister Rex Tillerson im ersten persönlichen Gespräch mit US-Präsident Donald Trump jede Einmischung in die US-Wahlen 2016 abgestritten. Trump habe ihn mehrfach auf das Thema angesprochen, sagte Tillerson.
+++ USA und Russland einigen sich auf Waffenruhe für Teile Syriens +++
Russlands Staatschef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump haben sich auf einen Waffenstillstand für den Südwesten Syriens verständigt. Die Waffenruhe, an der auch Jordanien beteiligt sei, solle am Sonntag beginnen, sagte US-Außenminister Rex Tillerson nach dem Treffen am am Rande des G20-Gipfels.
Bei dem Gespräch der beiden Staatspräsidenten soll außerdem der Kampf gegen den Terrorismus und der Schutz vor Cyberangriffen Thema gewesen sein, meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax.
+++ Demonstranten versuchen Elbphilharmonie zu blockieren +++
Tausende G20-Gegner haben versucht, zur abgesperrten Elbphilharmonie in Hamburg vorzudringen, wo sich am Abend die G20-Gipfelteilnehmer zu einem Konzert treffen wollten. In der Umgebung der Landungsbrücken etwa 1,7 Kilometer Fußweg von der Elbphilharmonie entfernt kam es zu Straßenschlachten. Die Polizei sprach von etwa 6000 Demonstranten.
+++ Trump nennt Begegnung mit Putin eine Ehre +++
US-Präsident Donald Trump hat sein erstes persönliches Treffen mit dem russischen Amtskollegen Wladimir Putin am Rande des 20-Gipfels als Ehre bezeichnet. Er habe mit dem russischen Staatschef bereits "verschiedene Dinge" besprochen, sagte der Republikaner: "Und ich denke, es läuft sehr gut." Er wolle den Gesprächsfaden gerne fortführen. Putin sprach seinerseits von einem wichtigen beiderseitigen Treffen, auch wenn es zuvor bereits Telefonate gegeben habe. Doch diese seien niemals ausreichend. "Ich bin erfreut, Sie persönlich zu treffen", fügte er hinzu. Die Begegnung der beiden Staatschefs wurde unter anderem mit Blick auf Ermittlungen in den USA wegen etwaiger Absprachen zwischen Russland und Trumps Umfeld im Wahlkampf mit Spannung erwartet.
+++ Demonstranten bei Flucht vor Polizei schwer verletzt +++
In Hamburg-Bahrenfeld sind nach Angaben der Feuerwehr bei einem Unfall elf Demonstranten schwer und drei leicht verletzt worden. Nach einer "Konfrontation mit Einsatzkräften" seien sie über ein Absperrgitter auf ein Firmengelände geklettert. Das Absperrgitter sei eingebrochen, und die Personen seien aus rund vier Meter Höhe abgestürzt.
Trump trifft Putin
Eiszeit zwischen den USA und Russland? Die Bilder vom ersten öffentlichen Treffen zwischen dem neuen US-Präsidenten Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin wollten so gar nicht zu diesem Eindruck der vergangenen Wochen passen.
Foto: APEin von der deutschen Bundesregierung veröffentlichtes Video zeigt, wie Trump nach seiner Ankunft beim G20-Gipfel mit ausgestrecktem Arm auf den an einem Stehtisch stehenden russischen Präsidenten zuläuft, um ihm die Hand zu schütteln. Es wirkt fast vertraut, wie der US-Präsident seinem Kollegen aus Moskau dabei mit der anderen Hand ein paar Mal an den Unterarm fasst. Wenige Sekunden später streckt er sogar noch einmal den Arm aus, um Putin auf den Rücken zu klopfen.
Foto: REUTERSAls sie am Nachmittag kurz vor einem einstündigen Gespräch zu einem offiziellen Bildtermin laden, vermitteln sie dann einen ganz anderen Eindruck.
Foto: REUTERSEs gibt die Bilder, die jeder erwartet hatte. Mit meist ernstem und düsterem Gesichtsausdruck sitzen Putin und Trump nebeneinander. Äußerst kühl und distanziert wirkt ihr Verhältnis da.
Foto: APHafenrundfahrt
Die Eheleute und Partner der teilnehmenden Regierungschefs des G20-Gipfels in Hamburg durften sich am ersten Tag des Gipfels über ein Sightseeing vom Wasser aus freuen.
Foto: dpaKlassiker für Hamburg
Brigitte Macron, Ehefrau von Emmanuel Macron, (l) und Juliana Awada, Frau des Argentinischen Präsidenten, scheint die Rundfahrt gefallen zu haben.
Foto: REUTERSNächster Programmpunkt
Die Frau des türkischen Präsidenten, Emine Erdogan (m) geht nach einer Bootsfahrt zusammen mit anderen Partnern der teilnehmenden Regierungschefs des G20-Gipfels zu einem Restaurant. Dort werden alle gemeinsam zu Mittag essen.
Foto: dpaG20-Gipfel-Partnerprogramm
Die Ehefrau des Präsidenten von Mexiko, Angélica Rivera, verlässt das Ausflugsboot Diplomat nach der Hafenrundfahrt. Nach einem Mittagessen sollte es einen Besuch im Deutschen Klima-Rechenzentrum geben.
Foto: dpaOrganisator
Der Ehemann der Bundeskanzlerin, Joachim Sauer und Lucy Turnbull, Frau des Premierministers von Australien, gehen gemeinsam an Land. Der Ehemann von Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die einzelnen Stationen ausgesucht.
Foto: dpaFamilienausflug
Die Frau des kanadischen Premierministers, Sophie Gregoire-Trudeau, hatte ihren kleinen Sohn Hadrien mitgebracht.
Foto: dpaGute Stimmung
Neben der Frau des chinesischen Präsidenten, Peng Liyuan, war auch Philip May, der Ehemann der britischen Premierministerin Theresa May, mit von der Partie.
Foto: dpaMelania Trump
Die First Lady wird in das Partnerprogramm einsteigen, sobald sie die Freigabe habe, das Gästehaus verlassen zu dürfen. Wegen der Krawalle konnte sie es nicht verlassen. Die Präsidenten-Gattin freut sich sehr auf die Aktivitäten gemeinsam mit den Gattinnen und Gatten der anderen Gipfelteilnehmer.
Foto: APMerkel begrüßt Gäste
Überschattet von Krawallen hat am Freitag in Hamburg der G20-Gipfel der großen Wirtschaftsmächte begonnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Staats- und Regierungschef am Freitagvormittag am Tagungsort mitten in der Hansestadt.
Foto: REUTERSDonald Tusk
Die EU wird von gleich zwei Politikern vertreten: Ratspräsident Donald Tusk will die Staatengemeinschaft als Vorkämpferin für freien Welthandel positionieren.
Foto: REUTERSJean-Claude Juncker
Unterstützung bekommt er dabei von Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Bereits im Vorfeld gab es Drohungen von Seiten der EU. Wenn Handelspartner ihre Märkte abschotten, sollen sie künftig verstärkt mit Gegenmaßnahmen rechnen müssen.
Foto: APJustin Trudeau
Der liberale Premierminister Justin Trudeau gilt als „Kennedy Kanadas“ und Darling der Diplomatie, auch wenn die Euphorie um ihn im Heimatland etwas nachgelassen hat. Trudeau will Kanada eine stärkere und aktivere Rolle auf der internationalen Politikbühne geben.
Foto: APPaolo Gentiloni
Italiens Ministerpräsident ist erst seit Dezember im Amt. Als derzeitigem Vorsitzenden der G7-Gruppe steht das Thema Migration und somit die Kooperation mit afrikanischen Staaten ganz oben auf seiner Agenda, weil Italien besonders betroffen ist. Sein Manko: Er wurde nicht vom Volk gewählt und gilt als Übergangs-Premier.
Foto: APTheresa May
Die britische Premierministerin kommt nach ihrem Wahldesaster geschwächt zum G20-Gipfel. Trotz erfolgreicher Gespräche mit der nordirischen DUP steht ihre Minderheitsregierung auf wackeligen Beinen. In den Brexit-Verhandlungen über einen EU-Austritt hat sie in vielen Punkten gegensätzliche Interessen zu den Noch-Partnern.
Foto: APEmmanuel Macron
Noch vor einem halben Jahr galt Emmanuel Macron als chancenloser Außenseiter, nun ist er jüngster französischer Präsident aller Zeiten mit weitreichenden Kompetenzen. In Europa arbeitet er Hand in Hand mit Kanzlerin Merkel, auf internationaler Ebene will er das bürgerkriegserschütterte Syrien befrieden.
Foto: REUTERSWladimir Putin
Für den Kremlchef ist die erste Begegnung mit US-Präsident Trump das wichtigste Gipfel-Ereignis. Die Beziehungen zwischen Moskau und Washington sind so schlecht wie seit Jahrzehnten nicht. Bei den Krisenherden Syrien, Ukraine und Nordkorea hat Putin, dienstältester Staatenlenker der G20, ein wichtiges Wort mitzureden.
Foto: APDonald Trump
Der US-Präsident steckt zu Hause in einem Sumpf aus Problemen, von einer noch fehlenden Steuerreform bis zur Russland-Affäre. In Hamburg wird er wegen seiner nationalistischen Handels- und Wirtschaftspolitik sowie der kontroversen US-Klimapolitik für Gesprächsstoff, vielleicht auch Streit sorgen.
Foto: REUTERSRecep Tayyip Erdogan
Der türkische Präsident ist seit seinem Sieg beim Verfassungsreferendum mächtig wie nie. Die Opposition wirft ihm vor, eine Diktatur zu errichten. Sein erster Deutschland-Besuch seit zwei Jahren ist wegen der Krise in den deutsch-türkischen Beziehungen heikel. Einen Auftritt vor Anhängern hat die Bundesregierung ihm verboten. Möglich, dass er deswegen noch absagt.
Foto: APUnter dem japanischen Ministerpräsidenten ist Asiens älteste Demokratie autoritärer geworden. Der Rechtskonservative sorgte nach Jahren wechselnder Regierungen für Stabilität. Doch nun machen Skandale Schlagzeilen. Abes Umfragewerte sind deutlich gesunken.
Foto: dpaIbrahim Abdulaziz Al-Assaf
An der Spitze des schwerreichen Saudi-Arabien steht König Salman, dessen Sohn Mohammed bin Salman in den vergangenen Jahren mehr und mehr zum starken Mann wurde. Wegen der Katar-Krise sagte Salman seine Teilnahme am G20-Gipfel aber am Montag ab. Nach Angaben der saudi-arabischen Botschaft in Berlin wird Staatsminister Ibrahim al-Assaf die Delegation des Königreiches anführen.
Foto: REUTERSAuf den Weg zum G20-Gipfelort
US-Präsident Donald Trump nahm nicht die kürzere Route östlich der Alster, von der Polizisten zuvor eine Blockade geräumt hatten. Stattdessen fuhr er um die Nordspitze der Außenalster herum und nahm dann den Weg westlich der Alster.
Foto: REUTERSDemonstration „Gegen die Logistik des Kapitals“
Die Hamburger Polizei leistet beim G20-Gipfel den größten Einsatz ihrer Geschichte. Sie muss die Sicherheit von 41 Personen mit Gefährdungsstatus, 6.500 Delegierten und Zehntausenden Demonstranten gewährleisten.
Foto: dpaStraßensperren
Welche Sicherheitsvorkehrungen im Umfeld der Luxushotels getroffen werden, stimmt das Bundeskriminalamt mit dem LKA und der Polizei ab. Nun wurde eine Kreuzung in der Nähe der Messe in Hamburg gesperrt, da Demonstranten bereits angekündigt haben, die Zufahrt der Delegationen zum G20-Gipfel zu behindern.
Foto: dpaHotel Atlantic Kempinski
Die Scharfschützen sitzen in Stellung, denn das Hotel in Hamburg hat hohen Besuch. US-Präsident Trump hatte dort am Donnerstagabend Angela Merkel (CDU) getroffen. Die Bundeskanzlerin soll hier während des Gipfels logieren.
Foto: dpaJustin Trudeau
Der kanadische kanadische Premierminister kam mit Frau und Sohn. Auch er soll mit seinem indischen Amtskollege Narendra Modi im Hotel Atlantic wohnen.
Foto: REUTERSGästehaus des Hamburger Senats
Aus Sicherheitsgründen gibt es kaum offizielle Bestätigungen, wer wo eincheckt: Der US-Präsident Donald Trump soll mit seiner Delegation im Gästehaus des Hamburger Senats am Feenteich seine Bleibe an der Elbe gefunden haben.
Foto: dpaFairmont Hotel Vier Jahreszeiten
Besonders opulent soll der saudische König Salman wohnen – der angeblich alle 156 Gästezimmer und Suiten des Hotels an der Binnenalster belegt hat.
Foto: dpaLandung in Hamburg
Ein großes Polizeiaufgebot und auch Straßensperren dürfte es rund um das Park Hyatt an der Bugenhagenstraße geben. Denn hier steigt womöglich der russische Präsident Putin mit seiner Entourage ab. Nächtigen wird er wohl in der 231 Quadratmeter großen Präsidentensuite.
Foto: APRecep Tayyip Erdogan
Auch am Alten Wall ist es zu Einschränkungen gekommen. Teile der Straße sind gesperrt worden. Denn hier liegt das Sofitel, und dort kam der türkische Staatspräsident samt Gefolge am Donnerstag an.
Foto: REUTERSAnkunft
Der Präsident von Guinea, Alpha Conde, kommt als Vertreter der Afrikanischen Union (AU). Private Investitionen stehen im Mittelpunkt der G20-Beratungen zu Afrika und der verstärkten Zusammenarbeit.
Foto: dpaEmmanuel Macron
Der französische Präsident bringt seine Frau Brigitte mit. Es ist davon auszugehen, dass Emmanuel Macron in der Tower Suite des Mövenpick Hotels am Schanzenpark mit Rundumblick über Hamburg übernachtet. Auch die norwegische Delegation steigt dort ab.
Foto: dpaPresident Donald Trump speaks during a meeting with Russian President Vladimir Putin at the G20 Summit, Friday, July 7, 2017, in Hamburg. (AP Photo/Evan Vucci)
Foto: AP+++ Erneute Eskalation der Gewalt +++
Die Polizei meldet „massiven Bewurf mit Gegenständen“ im Stadtteil St. Pauli. Reporter vor Ort beschreiben die Situation mit Worten wie „Straßenschlacht“ und „Jagdszenen“. Die Zusammenstöße finden einen knappen Kilometer Luftlinie von der Elbphilharmonie entfernt statt. Die Beamten warnen die Hamburger: "Bitte lasst das Auto stehen! Aufgrund der derzeitigen Krawalle empfehlen wir nicht mit dem Fahrzeug in die Innenstadt zu fahren."
+++ Erstes Treffen von Trump und Putin +++
US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin sind beim G20-Gipfel erstmals zu einem Gespräch zusammengekommen. Beide bezeichnen es als eine Ehre und zeigten sich erfreut, den jeweils anderen zu treffen. Putin sagt, Telefongespräche seien niemals ausreichend.
Trump traf zuvor außerdem den mexikanischen Präsidenten Enrique Pena Nieto. Auf die Frage, ob er wie bisher wolle, dass Mexiko für die Mauer bezahlt, sagte der US-Präsident: "Absolut." Zudem mache man bei Handelsfragen mit Mexiko "sehr guten Fortschritt".
+++ Linke: Polizeistrategie „vollständig gescheitert“ +++
Die Eskalation der Gewalt bei der Anti-G20-Demonstration „Welcome to Hell“ ist nach Ansicht der Linken in der Hamburger Bürgerschaft „ohne jeden Zweifel von der Polizei“ ausgegangen. Sie habe die bis dahin friedliche Demonstration angegriffen, in einem ummauerten Straßenabschnitt eine Massenpanik ausgelöst und selbst flüchtende Menschen attackiert, erklärten die Fraktionsvorsitzenden Sabine Boeddinghaus und Cansu Özdemir am Freitag. Mit diesem Einsatz habe die Polizei „mindestens Schwerverletzte billigend in Kauf genommen und die Szenen produziert, die sie wochenlang angekündigt hat“.
+++ Putin: "Wir sind gegen den Protektionismus" +++
Im Unterschied zu US-Präsident Donald Trump hat der russische Staatschef Wladimir Putin beim G20-Gipfel für einen freien Welthandel plädiert. „Wir sind gegen den Protektionismus, der sich in der Welt ausbreitet“, sagte Putin. Beschränkungen bei Handel und Finanzen hätten oft einen politischen Hintergrund und sollten Konkurrenten ausschalten, zitierte ihn die Agentur Interfax.
+++ Trump lobt eigene Erfolge +++
US-Präsident Donald Trump hat seinen Redebeitrag in der ersten Arbeitssitzung des G20-Gipfels für ein Eigenlob genutzt. Trump habe berichtet, wie gut es der US-Wirtschaft gehe, seitdem er im Amt sei, berichteten Diplomaten. Zudem habe er sich über die nordkoreanischen Raketentests geäußert, obwohl diese gar nicht Thema gewesen seien.
Trump war den Angaben zufolge der erste Staats- und Regierungschef, dem Gipfel-Gastgeberin Angela Merkel in der Gesprächsrunde zum Thema Wirtschaft und Handel das Wort erteilte. Danach ließ die Bundeskanzlerin EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker reden. Der Luxemburger grenzte sich den Angaben zufolge deutlich von Trump ab, indem er sich im Namen der EU klar für offenen multilateralen Handel aussprach und über die erst am Donnerstag getroffene Grundsatzeinigung für ein europäisch-japanisches Freihandelsabkommen sprach.
+++ Merkel fordert Kompromissbereitschaft +++
Zum Auftakt der G20-Sitzung ermahnt Bundeskanzlerin Angela Merkel die G20-Partner zur Kompromissbereitschaft. Millionen Menschen weltweit verfolgten den Gipfel und erwarteten Lösungen, sagt Merkel. "Ich bin auch ganz sicher, dass sich jeder hier anstrengt, um gute Ergebnisse zu erreichen", sagt sie, ohne die Differenzen etwa beim Klimaschutz oder beim Freihandel mit den USA direkt zu nennen.
+++ Partnerprogramm wegen Sicherheitslage geändert +++
Das Partnerprogramm für die Eheleute beim G20-Gipfel in Hamburg wird angesichts der angespannten Sicherheitslage geändert. Nach dpa-Informationen soll ein bisher geplanter Termin im Klimarechenzentrum nun durch Vorträge der Experten im Hotel Atlantik ersetzt werden.
+++ Polizei: 159 verletzte Beamte und 45 Festnahmen +++
Bei den Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel in Hamburg sind nach Angaben der Polizei bisher 159 Beamte verletzt worden (Stand: 12.20 Uhr). Dabei handele es sich um Polizisten und Bundespolizisten, hieß es am Freitag bei der Hamburger Polizei. 45 Menschen seien festgenommen und 12 in Gewahrsam genommen worden, sagte ein Polizeisprecher.
Die Bundespolizei berichtete, einer ihrer Beamten habe am Freitag Schnittverletzungen erlitten, als rund 60 Vermummte die Bundespolizei im Bahnhof Hamburg-Altona angegriffen hätten. Mit einem Hammer seien die Scheiben am Wagen des darin sitzenden Beamten eingeschlagen worden.
+++ Hamburger Polizei erhält Verstärkung +++
Mehrere Bundesländer haben Hamburgs Polizei Verstärkung zugesagt. Allein aus vier Ländern werden zusätzlich mehr als 850 Polizisten entsandt. Darunter war Mecklenburg-Vorpommern mit zusätzlich 240 Beamten. Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Bayern wollten jeweils 200 zusätzliche Polizisten schicken, die sich von Mittag an auf dem Weg machten. Das niedersächsische Innenministerium schickte „einige Polizeikräfte“ zur Verstärkung, die aber nicht näher beziffert wurden.
In Schleswig-Holstein kann deshalb die uneingeschränkte Erreichbarkeit kleinerer Polizeidienststellen nach Angaben des Landespolizeiamts nicht mehr garantiert werden. Die Reviere als größere Einheiten sollten aber uneingeschränkt erreichbar bleiben. Der Funkstreifendienst werde ebenfalls in gewohntem Umfang gefahren, hieß es. Vize-Landespolizeidirektor Joachim Gutt bat die Bürger um Verständnis. „Die Sicherheit in Schleswig-Holstein ist und bleibt gewährleistet“, versicherte er.
Hamburgs Innensenator Andy Grote zufolge werde die Verstärkung im Lauf des Tages eintreffen. Zum weiteren Verlauf der Demonstrationen sagt Grote: "Wir müssen mit allem rechnen, wir rechnen auch mit allem."
Die Teilnehmer des G20-Gipfel in Hamburg
Foto: AP+++ Melania Trump an Verlassen ihrer Unterkunft gehindert+++
Die Ehefrau von US-Präsident Donald Trump ist offenbar von Demonstranten an der Teilnahme am Partnerprogramm des G20-Gipfels gehindert worden. „Wir haben von der Polizei bisher keine Sicherheitsfreigabe zum Verlassen des Gästehauses“, sagte eine Sprecherin von Melania Trump der Deutschen Presse-Agentur.
+++ Erste persönliche Begegnung von Trump und Putin +++
US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin sind sich erstmals persönlich begegnet. Beim G20-Gipfel in Hamburg gab es am Freitag einen ersten Handschlag nach dem Eintreffen aller Staatsgäste, berichtete Kremlsprecher Dmitri Peskow. „Sie gaben einander die Hand und sagten, dass sie sich extra treffen und bald sehen werden“, sagte Peskow der Agentur Tass zufolge. Die Führer der größten Atommächte planten für den Nachmittag ihre erste längere Begegnung. Er freue sich darauf, twitterte Trump vorab.
+++ May hält US-Rückkehr zum Klimaabkommen für realistisch +++
Nach den Worten der britischen Premierministerin Theresa May ist es möglich, dass die USA zum Pariser Klimaabkommen zurückkehren. Teilnehmer des G20-Gipfels würden Präsident Donald Trump auffordern, einen Weg dafür zu finden. "Ich glaube, es ist möglich", sagt May dem Sender BBC.
+++ Polizei fordert Verstärkung an +++
An mehreren Orten in der Hamburger Innenstadt versuchen weiterhin Demonstranten, Straßen zu blockieren. Die Polizei schreitet häufig zügig ein und löst diese Blockaden auf. Teilweise werden Wasserwerfer eingesetzt. Insgesamt hat sich die Lage am späten Freitagvormittag aber beruhigt. Weitere größere Demonstrationen werden am Nachmittag erwartet, wenn die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder zu einem Konzert in die Elbphilharmonie fahren. Die Hamburger Polizei bemüht sich um Verstärkung aus anderen Bundesländern. "Wir haben bundesweit angefragt, ob Kräfte frei wären, und das wird geprüft", sagt ein Polizeisprecher. Er äußert sich nicht dazu, wie viele Beamten tagesaktuell im Einsatz sind. Der Sprecher bekräftigt nur, dass insgesamt rund 15.000 Polizisten wegen des G20-Gipfels vor Ort seien.
+++ Putin betont Klimaschutzabkommen +++
Russland sieht das Pariser Klimaschutzabkommen nach Worten von Präsident Wladimir Putin als Grundlage für eine langfristige Zusammenarbeit. Putin ruft die G20-Länder zum gemeinsamen Kampf gegen Terrorismus auf und plädiert für weitere Reformen des Internationalen Währungsfonds.
+++ Juncker und Tusk wenden sich an Trump +++
Zum Auftakt des Gipfels kündigt EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker eine angemessene und sofortige Reaktion der Europäer an, sollten die USA Strafzölle auf Stahlimporte verhängen. EU-Ratspräsident Donald Tusk begrüßt das Bekenntnis von US-Präsident Donald Trump zu den transatlantischen Beziehungen, das dieser in Polen gemacht hat. Darauf habe man lange gewartet. Die Frage sei jetzt, ob es sich um eine neue Politik oder nur um Worte handle. Trump hatte in Warschau bekräftigt, dass die USA zur Nato stünden. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte die Staats- und Regierungschef am Freitagvormittag am Tagungsort mitten in der Hansestadt. Im Anschluss wollte sich die G20-Runde in einer ersten gemeinsamen Sitzung mit der Bekämpfung des internationalen Terrorismus befassen.
+++ Trump begeistert von Treffen mit Merkel +++
US-Präsident Donald Trump schreibt auf Twitter, sein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend sei "großartig" gewesen.
+++ Brandsätze und Gewalt bei Demo +++
Zum Auftakt des G20-Gipfels in Hamburg ist die Lage am Freitagmorgen erneut eskaliert. An mehreren Orten in der Stadt brennen Autos. Über der Stadt stehen Rauchwolken, Hubschrauber kreisen am Himmel. Demonstranten versuchen wie angekündigt, die Anfahrt der Gipfelteilnehmer zu blockieren. Das Bundespolizeirevier in Hamburg-Altona werde von Gewalttätern angegriffen, teilte die Bundespolizei Nord per Twitter mit. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Bereich zu meiden und sich von Chaoten zu distanzieren. Am dortigen Bahnhof würden Gewalttäter Brandsätze werfen, Streifenwagen würden brennen.
+++ Erste Demonstrationen gestartet +++
Zum Auftakt des G20-Gipfels in Hamburg haben sich am Freitagmorgen hunderte Demonstranten an den Hamburger Landungsbrücken und am Verkehrsknotenpunkt Berliner Tor versammelt. Die Gruppe „Block G20 - Colour the red zone“ hat angekündigt, in die engste Hochsicherheitszone vordringen zu wollen. An den Landungsbrücken setzten sich mehr als 1000 weiß und lila gekleidete Menschen in Bewegung. Viele skandierten: „Haut ab, haut ab.“ Die Polizei ging nach Augenzeugenberichten mit Schlagstöcken gegen Teilnehmer vor. Am Berliner Tor liefen mehr als 200 Teilnehmer los, es kam zu Rangeleien zwischen Demonstranten und der Polizei.
+++ Neue Blockaden angekündigt +++
Im Stadtteil Altona machten sich erste G20-Gegner von ihrem Camp aus in Gruppen auf den Weg in Richtung Innenstadt, wie Reuters-TV berichtete. Angekündigt sind Straßenblockaden und Störaktionen, um den offiziellen Beginn des Treffens der Staats- und Regierungschefs zu behindern. Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte am Vormittag ihre Gäste begrüßen, unter ihnen die Präsidenten der USA, Russlands und der Türkei, Donald Trump, Wladimir Putin und Recep Tayyip Erdogan. Bei den Gesprächen stand zunächst die Terrorbekämpfung auf dem Programm, gefolgt von Weltwirtschaft und des Handel.