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Insolvenzantrag Chinesisches Luftfahrt-Konglomerat HNA bricht zusammen

Gläubiger des chinesischen Firmenkonglomerats HNA haben einen Insolvenzantrag gegen den Konzern gestellt. Quelle: REUTERS

Der ehemalige Deutsche-Bank-Aktionär, das chinesische Firmenkonglomerat HNA, kann seine Schulden nicht mehr bezahlen. Gläubiger haben ein Insolvenzverfahren beantragt. Nun will der Konzern „neu geboren werden“.

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Das chinesische Firmenkonglomerat HNA ist pleite. Gläubiger hätten Insolvenzantrag gegen den Konzern gestellt, erklärte die HNA Group am Freitag und berief sich dabei auf eine Mitteilung des zuständigen Gerichts in der Provinz Hainan. HNA kämpft seit langem gegen einen Schuldenberg, der das Konglomerat angesichts der Reisebeschränkungen in der Corona-Pandemie und der brachliegenden Luftfahrt- und Tourismus-Branche überfordert. Nach Angaben der Luftfahrt-Aufsichtsbehörde CAA haben drei der börsennotierten Firmen unter dem HNA-Dach selbst Insolvenzantrag gestellt. Die Börsenaufsicht und Gerichte müssen dem aber noch zustimmen.

Am Ende könnten große Teile des Konzerns an die Gläubiger oder an neue Investoren gehen. Gu Gang, Leiter einer Arbeitsgruppe der Regierung zur Sanierung des Konzerns, bis vor kurzem Konzernchef und seit dieser Woche Parteisekretär bei HNA, schrieb am Freitag einen Brief an die Belegschaft, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. „Wir haben uns seit drei Jahren in einem pechschwarzen Tunnel vorwärts getastet (...), doch jetzt sehen wir Licht am Ende des Tunnels“, heißt es dort. „Nur durch Konkurs und Restrukturierung können wir neu geboren werden.“

HNA hat seine Wurzeln in der Regionalfluggesellschaft Hainan Airlines, war aber jahrelang in und außerhalb Chinas aggressiv auf Einkaufstour gegangen, überwiegend finanziert mit Krediten. So hatte sich der Konzern für insgesamt 50 Milliarden Dollar an Firmen von der Hotelkette Hilton bis zur Deutschen Bank beteiligt. Bis Mitte 2019 hatte HNA 707 Milliarden Yuan (90 Milliarden Euro) Schulden angehäuft. Neuere Zahlen liegen nicht vor. In Deutschland gehört HNA der Flughafen Hahn in Rheinland-Pfalz, der zwar unter der Ferienflug-Flaute leidet, aber nach Angaben des Branchenverbandes ADV starke Zuwächse bei Frachtflügen verzeichnet.

Die Regierung in Peking, aber auch Aufsichtsbehörden in Übersee geboten dem Expansionsdrang von HNA letztlich Einhalt, die meisten Auslandsbeteiligungen wurden verkauft. Seit drei Jahren hatte sich das Unternehmen wieder auf das Kerngeschäft Luftfahrt und Tourismus konzentriert. Doch dann ließ die Corona-Pandemie die Erlöse einbrechen. Seit fast einem Jahr arbeitete eine Gruppe von Experten der Provinzregierung von Hainan an einem Sanierungskonzept. Vor einer Woche hatte sie die Prüfung der Bilanzen abgeschlossen und Vorschläge für einen Abbau von Risiken gemacht. Die Finanzzeitung „Caixin“ berichtete, die Pläne seien „extrem kompliziert“. Zur HNA Group gehörten mehr als 2300 Firmen.

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Bei der Deutschen Bank war HNA über den Vermögensverwalter C-Quadrat aus Wien eingestiegen, zwischenzeitlich hielt dieser im Auftrag der Chinesen fast zehn Prozent an dem größten deutschen Geldhaus. 2019 hatte HNA seine letzten Deutsche-Bank-Aktien verkauft und war bei C-Quadrat ausgestiegen. C-Quadrat-Gründer Alexander Schütz sitzt aber immer noch im Aufsichtsrat der Bank.

Mehr zum Thema: Sie waren optimistisch, dann stutzte eine Entscheidung von Airbus ihnen die Flügel: Zulieferer in der Luftfahrtbranche stehen wieder mit dem Rücken zur Wand.

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