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Telekom, Siemens, Henkel, Toyota Die wichtigsten Quartalszahlen des Tages

Konsumgüterriese Henkel hält trotz hoher Belastungen durch die Dollar-Schwäche und Lieferschwierigkeiten in den USA an seinen Jahreszielen fest. Quelle: REUTERS

Siemens erwartet mehr Gewinn, der starke Euro belastet die Telekom-Ergebnisse im ersten Quartal und Henkel hält trotz negativen Wechselkurseffekten an seinen Zielen fest. Die Ergebnisse des Tages im Überblick.

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Zahlreiche Firmen veröffentlichen dieser Tage ihre aktuelle Quartalsbilanz. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse am Mittwoch:

Henkel hält trotz Wechselkurseffekten an Zielen fest
Trotz hoher Belastungen durch die Dollar-Schwäche und Lieferschwierigkeiten in den USA hält der Konsumgüterriese Henkel an seinen Jahreszielen fest. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Zukäufe habe Henkel im ersten Quartal den Umsatz und das Ergebnis je Aktie gesteigert und damit die Grundlage für das Erreichen der Prognose geschaffen, teilte Vorstandschef Hans Van Bylen am Mittwoch mit. "Wir wollen unser profitables Wachstum weiter fortsetzen", betonte er. Zudem sei der Konzern auf gutem Wege, im Laufe des zweiten Quartals die Lieferprobleme in den USA zu beheben.

Henkel peilt 2018 ein organisches Wachstum in der Bandbreite von zwei bis vier Prozent an, die bereinigte Umsatzrendite (Ebit) soll auf mehr als 17,5 Prozent steigen. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll um fünf bis acht Prozent zulegen.

Im ersten Quartal bremsten Währungseffekte den stark in den USA engagierte Konzern allerdings aus. Die Erlöse legten bereinigt zwar um 1,1 Prozent auf 4,84 Milliarden Euro zu, nominal sanken sie aber um 4,5 Prozent. Wechselkurseffekte hätten den Umsatz um 8,6 Prozent oder 440 Millionen Euro gemindert. Das bereinigte betriebliche Ergebnis (Ebit) schrumpfte in den ersten drei Monaten um 1,4 Prozent auf 842 Millionen Euro. Die Dollar-Schwäche gegenüber dem Euro sorgte hier für Belastungen von 6,2 Prozent.

Adidas wächst - die Fitness-Tochter Reebok schwächelt weiter

Der Nike-Rivale legte zuletzt ein starkes Wachstum hin. Das würdigte Adidas-Chef Kapser Rorsted bei der Hauptversammlung, rechnet aber für das laufende Geschäftsjahr mit einer „gewissen Normalisierung“. 2017 hatte Adidas seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 14,8 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro steigern können. Für 2018 peilt Rorsted ein währungsbereinigtes Umsatzplus von rund zehn Prozent an.

An der schwachen Fitness-Tochter Reebok will der Konzernchef trotz Bedenken mancher Aktionäre weiter festhalten. Die Marke hatte auf dem wichtigen Nordamerika-Markt im vergangenen Jahr ein Umsatzminus von 15 Prozent eingefahren. Hauptgrund sei die Schließung von fast 40 Reebok-Läden, erklärte Rorsted. Hauptsächlich Outletstores, die eher schädlich für die Marke gewesen seien, hieß es.

Mit prominenten Partnern wie Designerin Victoria Beckham und einer neuen, modernen Zentrale in den USA wolle man das Fundament für den künftigen Erfolg von Reebok legen. Man sei auf einem guten Weg, die 2006 übernommene Marke bis 2020 profitabel zu machen.

Allianz kämpft mit dem schwachen Dollar

Bei der Allianz steht der Umbau der Sachversicherung an. "Wir werden 2018 und in den Folgejahren die Sachversicherung ebenfalls zukunftssicher machen", sagte Vorstandschef Oliver Bäte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München laut Redetext. In der Lebensversicherung und Vermögensverwaltung sei das bereits geschehen. "Ihre gesamte Allianz wird einfacher und schrittweise digitaler werden", kündigte Bäte an. Das werde Zeit und Mühe kosten und "nicht immer geräuschlos vonstatten gehen". Die Schaden- und Unfallversicherung ist traditionell der größte Ertragsbringer für Europas größten Versicherer und der Bereich, in dem Bäte am liebsten zukaufen will.

Im laufenden Jahr bremst der schwache Dollar den Gewinn der Allianz. Bäte bekräftigte das Ziel, das operative Ergebnis 2018 mit 11,1 Milliarden Euro - plus/minus 500 Millionen - stabil zu halten, fügte aber hinzu: "Bei einem konstanten Dollarkurs wären es sogar 11,3 Milliarden."

Siemens erwartet mehr Gewinn
Siemens hebt die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr an. Der Münchner Industriekonzern stellte am Mittwoch für 2017/18 (per Ende September) einen Gewinn je Aktie von 7,70 bis 8,00 (2016/17 vergleichbar: 7,09) Euro in Aussicht, die Kosten für Personalabbau-Maßnahmen sind darin freilich nicht enthalten. Das entspricht einem um Sondereffekte bereinigten Nettogewinn von 6,25 bis 6,5 Milliarden Euro. Bisher hatte die Prognose bei 7,20 bis 7,70 Euro je Aktie gelegen. "Mit der Anhebung unserer Jahresprognose demonstrieren wir unseren Anspruch an die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, den Strukturwandel zu meistern und die digitale Industrie zu gestalten", sagte Vorstandschef Joe Kaeser. Im zweiten Quartal profitierte Siemens von einem Buchgewinn von 900 Millionen Euro durch die Übertragung der 11,8-Prozent-Beteiligung am IT-Dienstleister Atos an den eigenen Pensionsfonds. Das ließ den Nettogewinn zwischen Januar und März um 39 Prozent auf 2,02 Milliarden Euro steigen, Analysten hatten mit einem Rückgang gerechnet.

Starker Euro belastet Telekom-Zahlen
Der zu Jahresbeginn schwache Dollar-Kurs hat der Deutschen Telekom im ersten Quartal zu schaffen gemacht. Der Umsatz ging um fast vier Prozent auf 17,9 Milliarden Euro zurück, wie der Bonner Dax-Konzern mitteilte. Bereinigt um Wechselkurseffekte und Konsolidierungen sei hingegen ein Umsatzplus von 3,1 Prozent erzielt worden. Die Telekom ist von Wechselkurseffekten aufgrund ihrer US-Tochter T-Mobile US, die sich gerade mitten in der milliardenschweren Übernahme des kleineren Rivalen Sprint befindet, besonders betroffen.

Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) blieb trotz eines Einbruchs in der schwächelnden Großkundensparte T-Systems stabil bei 5,55 Milliarden Euro. "Wir bleiben auch 2018 in der Erfolgsspur", sagte Telekom-Chef Tim Höttges und hob wegen guter US-Geschäfte die Gewinnerwartungen leicht an. Der Konzern rechnet nun im Gesamtjahr mit einem bereinigten Betriebsergebnis von 23,3 Milliarden Euro statt bisher 23,2 Milliarden Euro. Im Vorjahr war die Telekom auf 22,45 Milliarden Euro gekommen. Die Bonner halten rund 63 Prozent an T-Mobile US. Problemkind für die Telekom bleibt die schwächelnde Großkundensparte T-Systems.

Schwacher Yen beschert Toyota Rekordgewinn

Der japanische VW-Rivale Toyota rechnet nach einem Rekordjahr in Erwartung eines stärkeren Yens wieder mit geringeren Erträgen. Wie Toyota am Mittwoch bekanntgab, stieg der Nettogewinn zum Bilanzstichtag 31. März um 36,2 Prozent auf rund 2,5 Billionen Yen (19,3 Mrd Euro). Dazu trugen der schwache Yen sowie Kostensenkungen bei. Der Umsatz erhöhte sich um 6,5 Prozent auf 29,37 Billionen Yen, ebenfalls ein Rekord. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet die Unternehmensgruppe, zu der auch der Kleinwagenspezialist Daihatsu und der Nutzfahrzeugbauer Hino Motors gehören, jedoch mit einem Rückgang des Gewinns um 15 Prozent.

Ein niedriger Yen-Kurs macht Produkte aus Japan auf dem Weltmarkt attraktiver. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Toyota jedoch wieder mit einem durchschnittlich stärkeren Yen, der die im Ausland erzielten Erträge bei der Rückführung nach Japan schmälert. Zudem verteuern sich dadurch die Exporte der Japaner in Übersee. Der Umsatz dürfte sich im laufenden Geschäftsjahr um 1,3 Prozent auf dann noch 29 Billionen Yen verringern, wie der Konzern weiter mitteilte.

Fraport-Gewinn ausgebremst

Der Flughafenbetreiber hat dank des starken Anstiegs der Passagierzahlen in Frankfurt und an seinen Flughäfen im Ausland den Umsatz im ersten Quartal um 15 Prozent auf 682 Millionen Euro gesteigert. Ein höherer Zinsaufwand bei Fraport Greece und den Gesellschaften in Brasilien bremste jedoch den Anstieg des Nettogewinns, der um gut vier Prozent auf knapp 20 Millionen Euro zulegte.

Tui mit weniger Verlust
Europas größter Reisekonzern hat den Verlust im traditionell reiseschwachen Winterhalbjahr eingedämmt. In den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 (bis Ende September) lag das operative Minus (bereinigtes Ebita) bei 158,6 Millionen Euro nach einem Verlust von 214,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Einer der Gründe war, dass das umsatzstarke Ostergeschäft dieses Jahr teilweise in den März fiel.

Toyotas Gewinn auf Abwärtskurs
Der japanische Autobauer erwartet nach einem Gewinnsprung im abgelaufenen Geschäftsjahr im Jahr 2018/19 wegen Währungseffekten sinkende Gewinne. Wegen des starken Yen rechnet der Konzern mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses von 4,2 Prozent. Im Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr stieg der operative Gewinn um 20 Prozent auf 2,40 Billionen Yen.

Softbank steigert Gewinn
Der japanische Telekomkonzern hat den operativen Gewinn in seinem abgelaufenen Geschäftsjahr um 27 Prozent gesteigert. Das Ergebnis erhöhte sich auf 1,3 Billionen Yen (rund zehn Milliarden Euro) von einer Billion Yen im Jahr zuvor. Für das laufende Geschäftsjahr gab das Unternehmen noch keine Prognose ab, da es zu viele Unsicherheiten gebe.

Neue Kunden treiben Umsatz bei United Internet
Der Internet- und Mobilfunkanbieter hat seinen Umsatz im ersten Quartal um 33,4 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro erhöht. Dabei kamen der Firma ein Plus bei den Kundenverträgen und positive Effekte aus einer neuen internationalen Rechnungslegung zu Gute. Das Betriebsergebnis (Ebitda) legte um fast 31 Prozent auf 278 Millionen Euro zu. "Wir liegen gut im Plan, unsere Ziele für das Gesamtjahr 2018 zu erreichen", sagte Firmenchef Ralph Dommermuth.

Delivery Hero will Gewinnschwelle knacken
Der Umsatz des Online-Essenslieferdienstes ist im ersten Quartal um 47 Prozent auf knapp 171 Millionen Euro geklettert. Im Gesamtjahr rechnet das Berliner Unternehmen mit Erlösen zwischen 740 und 770 Millionen Euro nach rund 544 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Bis zum Jahresende will das Unternehmen zumindest die Gewinnschwelle vor Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aufs Monatssicht zu knacken.

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