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Litecoin (LTC) nach dem HalvingLitecoin: Was ist der Unterschied zum großen Bruder Bitcoin?

Litecoin steht im Schatten des Bitcoin. Warum das so ist, was Anleger jetzt über Litecoin wissen sollten und was sich durch das sogenannte Halving geändert hat. Ein Überblick.Anabel Schröter 07.07.2023 - 14:07 Uhr

Das nächste Litecoin-Halving steht kurz bevor.

Foto: imago images

Seit Oktober 2011 ist der Litecoin auf dem Markt. Immer wieder wird er seitdem als Alternative zum Bitcoin gehandelt. Aus gutem Grund: Immerhin ist er nach dem Bitcoin die zweitälteste Kryptowährung und hat sich über die Jahre in der Kryptowelt etabliert und baut auf dem Bitcoin-Protokoll auf. Er rangiert obendrein unter den zwanzig größten Digitalwährungen und Transaktionen sollen sich mit dem Coin besonders schnell abwickeln lassen. 

Lohnt sich also ein Investment in Litecoin? Die wichtigsten Fragen und Antworten für Anleger.

Litecoin-Halving: Prognose, Chancen und Vorteile im Überblick

Was ist Litecoin (LTC) und wer steckt dahinter?

Litecoin ist eine quelloffene, dezentrale Kryptowährung und basiert auf der Blockchain-Technologie. Die Blockchain ist das digitale Datenprotokoll, auf dem sämtliche Transaktionen gespeichert werden und einsehbar sind. Litecoin ähnelt dem Bitcoin, denn die Krypotwährung wurde auf der Grundlage des Bitcoin-Protokolls erstellt.

Unterschiede bestehen unter anderem im verwendeten Hash-Algorithmus, in der Hard Cap und bei sogenannten Block-Transaktionen. Der Hash-Algorithmus basiert auf der mathematischen Hash-Funktion, die eine Datenmenge in eine feste Zeichenlänge verwandelt. Der Algorithmus hat die Funktion, Sicherheit zu gewährleisten. Als Hard Cap bezeichnet man die Obergrenze, ab der keine weiteren Coins mehr geschaffen werden können. Block-Transaktionen sind Transaktionen über die Blockchain.

Die Transaktionsgeschwindigkeit des Litcoins ist etwa viermal so hoch wie die des Bitcoin. Alle zweieinhalb Minuten wird der Blockchain hier ein neuer Block hinzugefügt. Bei Bitcoin nur alle zehn Minuten. So werden Transaktionen schneller bestätigt – noch: Beim Bitcoin gibt es bereits Skalierungslösungen wie das Lightning-Netzwerk. Damit werden Transaktionen nahezu in Echtzeit ermöglicht.

Bitcoin Lightning Network

Wie Bitcoin die Transaktionen beschleunigen will

Die Bitcoin-Blockchain braucht für Transaktionen viel Zeit und Energie. Eine spezielle Entwicklung soll Zahlungen beschleunigen. Damit wären eine Millionen Transaktionen pro Sekunde möglich.

von Sören Imöhl

Charlie Lee, in der Krypto-Szene auch bekannt als Chocobo, entwickelte 2011 Litecoin. Seine Idee war, eine Light-Version des Bitcoin zu erstellen. Lee ist ein ehemaliger Google-Software-Ingenieur, früherer Bitcoin-Miner und Informatiker. Von 2015 bis 2017 war er als Director of Engineering bei der Kryptobörse Coinbase tätig. Aktuell ist Lee Geschäftsführer der Litecoin Foundation, einer gemeinnützigen Organisation, die Litecoin vorantreiben will.

Wie funktioniert das Litecoin-Mining?

Neue Coins werden durch das rechenintensive Mining im Proof-of-Work-Verfahren geschaffen. Die neuen Coins entstehen also durch Rechenleistungen – das verbraucht viel Energie. Aus diesem Grund steht das Minen, auch Schürfen genannt, stark in der Kritik. Nicht nur beim Litecoin, sondern auch bei seinem großen Bruder, dem Bitcoin.

Miner bekommen für die Bereitstellung der notwendigen Energie eine Belohnung. Die wird in Litecoin ausgezahlt. Den sogenannten Block Reward erhält jeder, der der Blockchain erfolgreich einen neuen Transaktionsblock hinzufügt.

Alle vier Jahre wird die Belohnung für das Schürfen neuer Litecoin halbiert. Im Fachjargon spricht man von Halving. Es soll zu einer Verknappung des Angebots führen und so vor Inflation schützen. Diesen eingebauten Inflationsschutz konnten viele Kryptowährungen zuletzt allerdings nicht ausspielen. Beim Litecoin beträgt die vordefinierte Gesamtmenge 84 Millionen Coins. Die maximale Anzahl an Litecoin wird voraussichtlich im Jahr 2142 erreicht sein. Aktuell sind rund 73,6 Millionen Coins im Umlauf.

Wann fand das letzte Litecoin-Halving statt? Wann steht das nächste Halving an?

Am 2. August fand zum dritten Mal das sogenannte Litecoin-Halving statt. Zuvor wurde 2015 und 2019 die Belohnungen für das Schürfen neuer Coins halbiert. Doch was passiert nach dem Halving? Grundsätzlich ähnelt das Prinzip dem des Bitcoin-Halvings, nur dass bei Litecoin die Halbierung der Belohnung erst nach 840.000 Blöcken erfolgt, da rund alle zweieinhalb Minuten ein Litecoin-Blog validiert wird. Bei Bitcoin geschieht der gleiche Prozess nach 210.000 Blöcken, da hier erst erst rund alle zehn Minuten ein solcher Blog bestätigt wird. Der Block Reward wird halbiert und die Miner erhalten für ihre Arbeit nur noch die Hälfte an neuen Coins. Dadurch wird das Angebot verknappt und die Menge an Coins wächst langsamer. Auswirkungen auf den Kurs hatte das Ereignis bislang kaum. Auf Monatssicht stürzte der Kurs sogar um rund 19 Prozent ab. Das nächste Litecoin-Halving könnte voraussichtlich ab dem 30. Juli 2027 stattfinden. Ein genaues Datum gibt es allerdings nicht.

Was bedeutet das für Litecoin-Anleger?

Beim Bitcoin wird das Halving regelrecht zelebriert, denn bisher stieg nach dem Bitcoin-Halving der Kurs und der Coin erreichte ein neues Allzeithoch. Beim Litecoin ist dies anders. Nach dem Halving zeigten sich die Anleger zunächst immer verhalten und das Allzeithoch ist eher dem allgemeinen Marktgesehen zuzuschreiben. Aktuell steigt das Interesse an Kryptowährungen wieder an. Und auch der Litecoin verzeichnet eine positive Kursentwicklung. Demnach könnte die Verknappung des Angebots dem Coin einen neuen Aufschwung verleihen. Dennoch sollten Anleger die Erwartungen lieber klein halten, denn die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Schwung beim Litecoin-Halving bisher ausblieb.

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Wie hat sich der Litecoin-Kurs entwickelt?

Zu Beginn war der Litecoin nur einen Bruchteil eines US-Cents wert. Bis Anfang 2017 hatte der Kurs den einstelligen Dollar-Bereich erreicht. Dann folgte der erste Kryptoboom, der auch den Litecoin-Kurs in die Höhe schießen ließ. Im April 2017 durchbrach der Litecoin erstmals die Zehn-Dollar-Marke. Vier Monate später lag der Kurs der Kryptowährung bereits bei über 50 Dollar. Bis zum 19. Dezember 2017 stieg der Wert eines Litecoins sogar auf mehr als 300 Dollar, bevor er im Laufe des Folgejahres auf bis zu 26 Dollar sank. Der Kurs schwankte dabei immer wieder stark.

Mai 2021 erreichte der Litecoin sein bisheriges Allzeithoch bei 410 US-Dollar.
Danach setzte eine Preiskorrektur ein. Neben Litecoin waren auch andere Kryptowährungen davon betroffen. Seit Ausbruch des Ukrainekriegs schwankt der Kurs nur noch im mittleren zweistelligen Dollar-Bereich. Mit der Meldung des Kollaps der Silicon Valley Bank (SVB) brach der Kurs zeitweise ein, erholte sich allerdings schnell wieder. Die Nachricht, dass Elons Musks Weltraumfirma SpaceX ihre gesamten Bitcoin-Bestände im Wert von 373 Millionen Dollar verkauft haben soll, brachte den Kurs zum Fallen. Aktuell wird Litecoin bei knapp 64,60 US-Dollar gehandelt. (Stand 23. August 2023, 14:09 Uhr)


Wissenswertes zum Thema Bitcoin:

Prognose: Wie wird sich der Litecoin-Kurs entwickeln?

Eine belastbare Vorhersage zur Kursentwicklung des Litecoins lässt sich nicht treffen. Es gibt keine Fundamentaldaten, anhand derer man eine Digitalwährung bewerten könnte. Der Kurs richtet sich nach Angebot und Nachfrage. Aktuell liegt der Litecoin deutlich unter seinem Allzeithoch. Das liegt auch daran, dass die Kryptobörsen, an denen Litecoin und CO. gehandelt werden, im vergangenen Jahr bei Anlegern stark an Vertrauen verloren haben. Unter anderem der FTX-Skandal trug dazu bei.

Es ist zweifelhaft, ob der Litecoin aus seine Rolle als kleiner Bruder des Bitcoins hinauswachsen kann. Immer wieder werden beim Bitcoin Innovationen umgesetzt, bei denen Litecoin hinterherhinkt. Litecoin hat kein Alleinstellungsmerkmal.

Welche Vorteile hat Litecoin (LTC)?

Im Gegensatz zu seinem großen Bruder, dem Bitcoin, wird eine Transaktion beim Litecoin innerhalb von zweieinhalb Minuten abgewickelt. Bei Bitcoin dauert es etwa viermal so lange. Das hat mehrere Gründe: Über Litecoin werden mehr Transaktionen durchgeführt. Zudem haben Litecoin eine bessere Skalierbarkeit. Die Blöcke des Litecoins sind kleiner und neue Blöcke entstehen schneller. So können viele Daten in einem kürzeren Zeitraum verarbeitet werden. Zwar basiert der Litecoin auf dem Bitcoin. Erfinder Charlie Lee hat allerdings den Algorithmus vereinfacht. Auch die höhere Coin-Obergrenze ermöglicht schnellere Transaktionen.

Welche Nachteile hat Litecoin (LTC)?

Der größte Nachteil des Litecoin ist sein Ruf: Er steht stets im Schatten seines großen Bruders, dem Bitcoin. Auf der Bitcoin-Technologie bauen außerdem zahlreiche Innovationen auf, die Litecoin obsolet machen könnten. Wie andere Kryptowährungen wird außerdem auch Litecoin nur von wenigen Händlern akzeptiert. Der Litecoin wird bisher hauptsächlich im Darknet als Zahlungsmittel verwendet.

An welchen Börsen ist Litecoin handelbar?

Litecoin kann an allen größeren Kryptobörsen erworben und gehandelt werden. So führen beispielsweise Coinbase und Kraken den kleinen Bruder des Bitcoins. Durch die im Vergleich zum Bitcoin weniger komplexen Strukturen fallen die Gebühren für Transaktionen mit Litecoin übrigens niedriger aus. Seit November 2022 kann der Kauf von Litecoin in Deutschland, Österreich und der Schweiz über Paypal abgewickelt werden.

Lesen Sie auch: Bitcoin Startpreis: Was ist Bitcoin und seit wann gibt es ihn?

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