WiWo Startklar: Fresenius-Coup und neue Streiks: Wir machen Sie startklar für den Mittwoch
WiWo Startklar macht Sie bereit für den Tag
Foto: Dmitri BroidoGuten Morgen aus der WiWo-Redaktion. Unser neues Morgenformat „Startklar“ gibt Ihnen einen kompakten Überblick über alles, was Sie heute wissen müssen, um im Bereich Wirtschaft mitreden zu können. Kurz und knackig, mit Zitaten, Posts und Tiefgang und vor allem dem ganz eigenen WiWo-Dreh. Probieren Sie es aus!
1. Was die Leute gerade aufregt
Die amerikanische Tattoo-Studio-Besitzerin Karen Green dürfte freudig überrascht gewesen sein, als ihre Auktion gestern zu Ende ging. Sie hatte ein originalverpacktes iPhone angeboten, um Geld für ihr Studio zu bekommen. Geschätzt worden war der Erlös durch das iPhone – Neupreis: 600 Dollar – auf 5000 Dollar. Stattdessen kam mit 63.000 Dollar mehr als das Zehnfache zusammen. Während sich manche Nutzer auf den sozialen Medien nun ereifern, ob man nichts Sinnvolleres mit seinem Geld machen könne, suchen andere selbst nach verborgenen Schätzen in ihren Schubladen.
2. Was heute wichtig wird
1. Der Krieg in der Ukraine und die ihn begleitenden weltpolitischen Verwerfungen bleiben auch heute das wichtigste Thema. In seiner Rede an die Nation hat Russlands Präsident Wladimir Putin versucht, sein zunehmend unruhiges Volk noch einmal zusammenzuschweißen (hier lesen Sie die Analyse in 5 Akten). US-Präsident Joe Biden setzt unterdessen seinen Polen-Besuch fort, von wo aus er sich eine Art Fernduell mit Putin liefert. Heute trifft Biden zudem Vertreter osteuropäischer Nato-Staaten, die ihn um weitere Zeichen der Unterstützung ersuchen dürften.
2. Zudem trifft ab heute Abend deutscher Zeit die Vollversammlung der Vereinten Nationen zusammen, um über eine Resolution gegen Russland zu beraten. Bis Freitag, wenn sich der russische Einmarsch in die Ukraine zum ersten Mal jährt, soll diese gefunden sein. Schon jetzt ist klar: Das wird ein schwieriges Unterfangen. Entscheidend dürfte sein, wie das bislang auffällig zurückhaltende China sich positioniert: Gerade erst hat Chinas oberster Außenpolitiker Wang Yi eine “Friedenoffensive für die Ukraine“ angekündigt, Details sollen ausgerechnet am Freitag folgen.
3. Der Medizinkonzern Fresenius und seine Tochter Fresenius Medical Care präsentieren heute ihre Jahreszahlen. Was Beobachter jedoch am meisten interessieren dürfte, ist die Frage, wie genau die inzwischen offiziell bestätigte Entflechtung der beiden Konzernteile vonstatten gehen soll. Mancher dürfte überrascht sein, wie grundsätzlich die Behandlung des dauerkriselnden Konzerns gerät, wie die große WiWo-Analyse bereits vorab herausgefunden hat.
4. Verdi läutet die heute beginnende zweite Runde der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst zünftig ein: mit Streiks und Protestaktionen. Verdi-Chef Frank Werneke drohte schon vorsorglich mit Streiks „in anderer Dimension“. Auch bei der insolventen Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof beginnt Verdi heute die zweite Runde der bundesweiten Tarifverhandlungen. Das Management zeigt sich „zuversichtlich, zu einem für alle Seiten guten Ergebnis zu gelangen“.
5. Rosneft gegen den Bund: Die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine vor einem Jahr haben den Energiemarkt in Deutschland kräftig durchgeschüttelt. Die Bundesregierung hatte es plötzlich eilig, die milliardenschweren Ölimporte aus Russland zu kappen. Dafür griff der Bund in drastischer Weise in den Markt ein. War das rechtens? Heute verhandelt darüber das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Die wichtigsten Fragen und Antworten.
3. Die steile These für die Kaffeepause
Die Rüstungsindustrie kommt mit der Produktion nicht hinterher, erste Stimmen fordern eine „Kriegswirtschaft“. Doch die historischen Erfahrungen damit sind verheerend, warnt der Wirtschaftshistoriker Werner Plumpe im Interview.
4. Der Tiefgang des Tages
Alle reden vom Wasserstoff. Doch um das Stromnetz in Erneuerbaren-Zeiten am Laufen zu halten, fehlen vor allem große Batteriespeicher. Sönke Rogalla, verantwortlich für den Bereich Stromnetze beim Fraunhofer Institut für Erneuerbare Energien, und seine Mitarbeiter haben durchgerechnet, wie groß der Energiepuffer in Deutschland 2030 sein muss. Ihr Ergebnis: 100 Gigawatt. Die Batteriespeicher, welche die Netzbetreiber bisher parat halten, bringen es gemeinsam gerade mal auf eine Leistung von weniger als einem Gigawatt. Hektisch werden nun Batteriespeicher gebaut – und sollen nebenbei ein weiteres Problem lösen. Die ganze Analyse zur 99-Gigawatt-Lücke lesen Sie hier.
5. Was sonst noch wichtig ist
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6. Ihre Meinung ist gefragt
Wir wünschen Ihnen einen erkenntnisreichen Tag. Schauen Sie sich gerne noch etwas bei uns um. Ansonsten bis morgen an dieser Stelle!
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Mit Material der dpa